Dem Stier seine Hörner

In Madrid soll es in der nächsten Woche kalt sein und viel regnen. Warum wollte ich dahin, obwohl in meinem Garten gerade alle Blüten aufgehen? Ach ja, Spanisch lernen. Mit welch kaltschnäuziger Chuzpe ich im letzten Jahr diese zwei Wochen samt Unterbringung in einer Gastfamilie gebucht habe, wundert mich doch sehr. Ich kann nichts, niente, nada. Ich habe also verzweifelt versucht, wenigstens ein paar Vokabeln zu lernen.

Eine schwere Blockade in meiner Hirnregion hat nur folgendes durchgelassen : die Wochentage, die Monate, die Zahlen von eins bis zehn. Außerdem folgende Sätze : Ich bin Deutsche. Möchtest du etwas trinken. Ich verstehe nicht. Ich habe verstanden. Langsamer bitte.

Damit lassen sich doch schon schöne Unterhaltungen gestalten… Doch bevor heute morgen mein entsprechendes Körperteil nicht nur auf Grundeis geht, sondern trotz angenehmer Temperaturen an demselben festfriert, treffe ich Abdul. Der kommt aus Ägypten und ist Masterstudent für Bauingenieurwesen. Wie es der Zufall so will, bereitet er sich just auf seine heutige Sprachprüfung für Deutsch vor. Mit dem geübten Auge eines jungen Menschen erkennt er gleich die Lehrerin. Und so stellt er mir seine Präsentation vor, wir sprechen über die Tücken des Genitiv – s und über mögliche Synonyme für wichtig. Diese nette und gewinnbringende Unterhaltung stimmt mich positiv, so dass mir mein Motto wieder einfällt, frech geklaut aus der Kino – Werbung: MACH, DASS DU FORTKOMMST, DAHIN, WO DU NOCH NIE WARST. MACH, WAS DU KANNST UND VOR ALLEM, WAS DU NICHT KANNST.

In diesem Sinne : Vamos.

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