Unterwegs zu bizzaren Traumwelten

Ob wir in diese Ausstellung gehen wollen, wird vorgeschlagen, als wir zwecks Familienzusammenführung am Samstag ins Nachbarland nach Maastricht fahren. Klar, wollen wir. Die Angelegenheit beginnt schon sehr surreal, denn es regnet NICHT. Wir marschieren windbegleitet in das Bonnefantenmuseum, das als Museumsgebäude beeindruckend und gastlich zugleich ist.

„Someone is in my house“ lautet der unterschwellig unheimliche Titel einer Retrospektive zum Werk des Ausnahmekünstlers David Lynch.

Als Science Fiction-Fans kennen wir ihn schon lange, seit 1984 nämlich der Film Dune – Der Wüstenplanet veröffentlicht wurde. (Könnte man sich eigentlich mal wieder ansehen…) Außerdem kennen wir auch einiges außerhalb seines filmischen Schaffens. Denn wer hier öfter liest, der weiß, dass wir jedes Jahr in Goslar sind und uns dort auch die Ausstellung des aktuellen Kaiserring-Trägers ansehen. Und Lynch bekam eben diesen Kunstpreis 2010.

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Das Museum in Maastricht zeigt eine große Schau seiner Werke, beginnt mit seinen Kinderzeichnungen und führt über die Studentenzeit hin zu seinen Spätwerken. Lynch hat alles gemacht und alles ist zu sehen: Zeichnungen, abstrakte Gemälde, große, sehr große und kleine Formate, Fotographie, Skulpturen, Installationen, Filme, Musik und Mischformen aus allem.

Seine Werke sind witzig, böse, skurril, unheimlich, oft verstörend, offen oder unterschwellig gruselig und/oder pervers. Man macht sich schon Sorgen um einen Menschen, der derlei in großer Menge produziert. Erstaunlicherweise ist im Begleitheft zu lesen, dass Lynch sich um seinen Geisteszustand keine Sorgen macht und diese Kunstwerke auch nicht auf eine schreckliche Kindheit zurückzuführen sind. Er beschreibt – eine niedliche Metapher – die Ideen zu seinen Werke als Fische, die in seinem Kopf herumschwimmen. Er versuche sie mit Hilfe von Meditation zu fangen.

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Die Ausstellung ist sehr sehenswert, richtig „Spaß“ macht das Ansehen aber nicht. Allerdings bekommt man jede Menge Gesprächsanlässe und Denkanstöße geboten. Wer das nicht braucht, geht in Maastricht bummeln, das ist auch sehr schön.

Und wem das jetzt schon beim Lesen zu abgehoben oder anstrengend war, liest einfach nochmal meinen letzten Beitrag über Fußball , das geht ja immer.

12 Kommentare

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