Offene Schleusen

Ich hole die Brötchen für unsere Mädelstruppe und werde mit einem Sonnenaufgang belohnt.

Am „Haus Kranich“ ist eine Silhouette aus Metall angebracht. Der Geräteschuppen ist mit einem Hahn bemalt. Auf dem First befindet sich die allseits bekannte Krähe aus Metall, die niemanden abschreckt. Ganz sicher nicht die frechen Möwen, die dummen Tauben oder den eingebildeten Stockentenerpel, der sich genau neben der Krähe ein Bild von der Lage verschafft. Die Vögel begrüßen die Morgensonne lautstark, ich kann aber nur die Amsel stimmlich identifizieren. Ein Spatz und eine Blaumeise finden das empörend und lassen sich auf dem knospenden Fliederbusch nieder, um mir zu zeigen, wie sie es machen.

Die Vorgärten, an denen ich vorbeispaziere, sind nicht nur gepflegt. Sie sind picobello für die kommende Saison herausgeputzt.

Überhaupt wohnen in dieser Wohnsiedlung nur sehr wenige Menschen tatsächlich. Ich schätze, dass ca. 80% Ferienwohnungen geworden sind. Greetsiel ist nicht Venedig, aber Fluch und Segen des Tourismus machen sich auch hier – für einige schmerzlich? – bemerkbar. Von Overtourismus kann man sicher noch nicht sprechen, aber die alte Schleuse im Dorf und die große weiter raus verhindern zumindest die Anlandung von Kreuzfahrtschiffen.

Wie die Menschen hier mit dem Problem umgehen wollen, müssen sie sich gut überlegen.

Ich werde einstweilen frühstücken.

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