Was Menschen bauen

Internet und Handy machen etwas mit uns. In unserem Frühstückslokal fotografieren junge Menschen ausführlich ihr Frühstück, bevor sie es essen. Auch ich konnte mir das am ersten Tag nicht verkneifen. Wie lächerlich das Einheimische finden müssen, denke ich, als ein seriöser gutaussehender Portugiese um die 60 hereinkommt, seine Arbeitsmappe auf den Tisch legt und sich einen schnellen Kaffee bestellt. Dann verschlucke ich mich fast an meinem Omelett. Der Herr fotografiert seinen Kaffee aus zwei Perspektiven, scheint das Bild zu versenden, trinkt aus und verlässt hochzufrieden das Lokal.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema.

Mutige Baumeister mit Visionen sind die Menschen in Lissabon. Nach dem katastrophalen Erdbeben am 1. November 1755 haben sie nicht lange gezögert, sondern mit vereinten Kräften eine moderne Stadt aufgebaut, wie man im Lisboa Story Center interessant aufbereitet miterleben kann.

Nicht vom Erdbeben zerstört wurde der Torre de Belem im Westen der Stadt, bei dem Wetter heute stark von Besuchern belagert.

Gleich in der Nähe befindet sich das Denkmal der Entdeckungen, für dessen Entdeckung man sich ebenfalls in eine lange Schlange hätte einreihen müssen, was wir aber nicht wollten. Wir haben eine ausführliche Inaugenscheinnahme von außen vorgenommen und noch einmal unsere Attraktion des Tages von weitem fotografiert.

Denn ganz allein waren wir heute Morgen schon an der Ponte 25 de Abril, die ein niegelnagelneues Besucherzentrum aufweist. Nach einer spannenden Sicherheitsbegehung, unsere erste Erfahrung mit Virtual Reality, auf und in den Brückenpfeilern geht es mit einem Aufzug in imposante Höhen.

Danach ist höchste Zeit für eine ausführliche Mittagspause.

Das Internet macht etwas mit uns. Wir haben vom Brand in der Notre Dame gehört. So schade um dieses Bauwerk. Ich bin sicher, die Franzosen werden, wie die Portugiesen vor hunderten Jahren, ihre Kräfte mobilisieren können.

7 Kommentare

  1. Fantastische Bauwerke zeigst du uns hier! Muss gestehen, daß auch ich schon einen liebevoll mit geschäumtem Milchherz bestellten Cappuccino fotografierte und an einen lieben Menschen verschickte, weil es mir gerade danach war.😉
    Liebe Grüße von Hanne

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  2. Danke für die Impressionen. Was zeigst du aber mit dem letzten Foto?

    Ich gebe zu, dass ich noch nie mein Essen fotografiert habe. Aber mein Freund Coster tat das ständig, fotografierte auch die Schlieren in der leeren Cappuccinotasse, aber nicht zum versenden, sondern darin seine Zukunft zu lesen.
    Weiterhin schönen Urlaub!

    Gefällt 2 Personen

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