Was Menschen glauben

Am Karfreitag sind in Lissabon die Museen geschlossen. Zu unserem großen Glück hat das Frühstückslokal auf. Die meisten schlafen aus, auch wir wachen nicht mehr so früh auf wie zu Hause.

Im Museu Nacional de Arte Antiga, erste Anlaufstelle am Regentag, war und ist eine erkleckliche Sammlung religiöser Kunst zu bestaunen. Verblüffender Weise sind flämische Altarbilder vielfach vertreten, sogar ein berühmtes und verrücktes Tryptichon von Hieronymus Bosch „Versuchung des Heiligen Antonius“.

Am Nachmittag fuhren wir zum MAAT, dem Museum für Kunst Architektur und Technik. Hier wird dem Glauben an den Fortschritt gehuldigt, es findet aber auch eine kritische Auseinandersetzung statt, zum Beispiel mit dieser Installation zur ersten Atombombe.

Angeschlossenen ist das Museum für Elektrizität, das den Glauben an die menschliche Erfindungskraft in Form eines alten Kohlekraftwerkes gut konserviert hat.

Ein ehrwürdiger Teil des Weltkulturerbes ist das Hieronymus – Kloster,gestern besucht. Welche Art des Glaubens zeigt sich, wenn besondere Gebäude oder Stätten so bezeichnet werden? Vielleicht der, dass von Menschen Geschaffenes von Dauer sein möge.

Und dann darf in dieser Sammlung auch das Nationalheiligtum nicht fehlen, die große Christus-Statue mit Blick auf die Stadt und den Tejo. Auf dem Infozettelchen steht, dass man sich mit einem Besuch gleichzeitig für den Frieden in den Familien und der Welt engagiert. Daran möchte ich gerne glauben.

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