Pott und Deckel

Mein Mann macht sich gerade lustig über meine Jammerei, dass das lange Wochenende zu kurz sei. Auch von bösen Blicken meinerseits lässt er sich nicht beeindrucken, was einmal mehr zeigt, wie gut wir zueinander passen. Denn an einem schönen Morgen wie diesem die Klage über eine vergangene Zeit anzustimmen, die noch nicht einmal begonnen hat, ist wirklich dumm.

Eigentlich wollte ich anfangen mit einem Zeitungsbericht über die Queen und Prinz Philipp. Das Blatt sprach sensationsheischend von einer Trennung, für mich bei diesem alten Paar ganz unvorstellbar. Es stellte sich bei näherer Lektüre heraus, dass die Queen weiter ihren Amtsgeschäften nachgeht, während der Gemahl sich altersbedingt zum Briefeschreiben aufs Land zurückgezogen hat. Als Ehemann einer Königin des Empire ist man immer Teil des gesellschaftlichen Protokolls. Ich nehme an, dass er auch Berater, Freund und Stütze war. Mit Glück ist auch Liebe im Spiel, aber dafür kenne ich mich mit den Royals zu wenig aus.

Den passenden Partner, wie findet man den? Bei Brad Pitt und Angelina Jolie habe ich damals gedacht, dass es perfekt passt : beide berühmt, reich und zu schön für die Welt. Tja, war wohl doch zu äußerlich gedacht. Es heißt ja auch, dass Gegensätze sich anziehen.

KINO-UPDATE. Das trifft auf jeden Fall zu auf Charlotte und Fred. Charlotte (Charlize Theron) ist schön , elegant, diszipliniert und macht Karriere in der Politik. Fred (Seth Rogen) läuft bärtig, nerdig und in hässlichen Klamotten durch die Gegend. Er arbeitet als Journalist für die „gute“ Seite. Freunde hat er kaum, allerdings einen Homie aus früheren Zeiten, der es als Schwarzer zum erfolgreichen Geschäftsmann gebracht hat.

Wie aus Charlotte und Fred trotz aller Unterschiede ein Paar wird, erzählt Long shot intelligent, vergnüglich, manchmal zotig, aber auch politisch. Denn Charlotte ist auf dem Wege, die erste amerikanische Präsidentin zu werden. Ihr Team ist mit Fred gelinde gesagt nicht glücklich, zumal er sich bei verschiedenen Gelegenheiten wie der Elefant im Porzellanladen aufführt – und auch so aussieht. Wie gewinnt man Stimmen, ohne seine eigene Überzeugung aufzugeben? Diese Frage wird während des Filmes sehr gründlich beleuchtet. Und obwohl gegen amerikanische Nazis, die Medien oder Fehlbesetzungen im Präsidentenamt gehörig ausgeteilt wird, steht als Motto „Versöhnen statt spalten“ im Vordergrund. Fazit : Macht gute Laune, egal wie lang das Wochenende ist. P. S. : Der Sinn des Titels erschließt sich erst gegen Ende des Films, dann aber sehr nachhaltig. 😉

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