Unfallfolgen

Mein eigener kleiner Fahrradunfall vor einigen Jahren, als mir das Vorderrad beim morgigen Brötchenholen wegen Glätte wegrutschte, hatte überschaubare Folgen : ein blutiges Knie (bei intakter Jeans) und ein zerschrammtes und geschwollenes Kinn, das ich geschickt als Bremsklotz genutzt hatte und auf der Abendveranstaltung, die ich humpelnd besuchte, für mitleidige Blicke sorgte. Kein Vergleich zu der Freundin, die wir gestern besuchten, nach einem üblen Sturz über eine Baumwurzel frisch aus dem Krankenhaus entlassen. Sie wird nun doch zur geplanten Feier kommen, denn an Urlaub ist in den nächsten Monaten noch nicht zu denken. Eine andere Freundin von weiter weg wird deswegen nicht kommen, denn der komplizierte Armbruch verbietet das Autofahren. Beide hatten Glück im Unglück und demonstrieren durch ihr Beispiel, dass Fahradhelme lebensrettend sind.

Den Fahrradhelm trägt auch Jack (sympathisch Himesh Patel), als er bei einem totalen weltweiten Stromausfall im Dunkeln vom Bus angefahren wird. Er verliert dabei zwei Zähne und sieht fürchterlich aus. KINO-UPDATE. Eigentlich egal, denn mit der angestrebten Karriere als Singer/Songwriter hat er vor dem Unfall Schluss gemacht. Außer seiner Jugendfreundin und Managerin Ellie (entzückend Lily James) will ihm ohnehin niemand zuhören. Er spielt, quasi zum Abschied, Songs der Beatles,von denen alle schier begeistert sind. Seit dem Stromausfall scheinen die Beatles aus der Welt verschwunden zu sein, genau wie Coca-Cola und anderes.. Nur Jack erinnert sich an ihre Songs. Die Chance, mit der Hilfe der herzlich ekelhaften und geldgierigen Managerin Debra Hammer eine Traumkarriere zu starten, die sogar Ed Sheeran, der sich selbst spielt, in den Schatten stellt. Wenn nur das schlechte Gewissen und die Liebe nicht wären. Und dann ist da noch so ein merkwürdiges Pärchen mit einem gelben U-Boot…

Fazit: Yesterday ist der perfekte Ferien-Einstiegsfilm, gute Laune, gute Musik, schöne Idee. Auch gut zu sehen, was aus John Lennon geworden wäre..

4 Kommentare

    1. Ich hatte mehr das Gefühl, es ginge um zwei Dinge, einmal die Verfahren der Musikindustrie beim Aufbau eines Stars und andererseits die Frage, ob eine Welt vorstellbar ist ohne etwas, das einem ganz selbstverständlich geworden ist – wie zum Beispiel die Musik der Beatles. Im Kino saßen hauptsächlich Mittzwanziger, denen die Beatles und deren Glanzzeit wohl herzlich egal sind. Vermutlich spielt das Alter des Rezipienten bei diesem Film eine noch größere Rolle als gewöhnlich..

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