Nur Worte

Was heißt hier „nur“? Ein beliebter Bestseller fängt an mit „Im Anfang war das Wort“. Wobei die Vieldeutigkeit der Ursprungssprache auch andere Begriffe zulassen soll. Machen wir mit einem anderen Klassiker weiter. „Der Worte sind genug gewechselt“ heißt es da und es wird zu Taten aufgerufen. Worte – einerseits Schall und Rauch, andererseits zum Beispiel als Rede im kollektiven Gedächtnis verankert:

„I have a dream“.

Sich in Worte, in Briefe verlieben ist ein altes Motiv. Cyrano von Bergerac, geplagt durch seine abnorm große Nase, schreibt Briefe, mit denen er die schöne Roxane für sich einnimmt. Als es zu einem Treffen kommen soll, schickt er aus Scham einen jungen Schönling vor. Roxane schätzt die Optik, doch als er etwas sagt, ist sie enttäuscht: „Ich wollte Sahne und Ihr gabt mir saure Milch.“ Die Worte hatten ihr Herz eingenommen.

KINO-UPDATE. Verlieben in Worte. Die Version für digitale Zeiten hat Daniel Glattauer geschrieben. Gut gegen Nordwind wurde jetzt verfilmt und war zu meiner Überraschung ganz schön anzusehen. Regisseurin Vanessa Jopp hat die Protagonisten Emma und Leo so in Szene gesetzt, dass die Entwicklung vom spaßhaften Gefrotzel zum ernsthaften Verlieben sehr glaubwürdig wurde. Nora Tschirner macht ihre Sache wirklich gut, besonders auch Alexander Fehling. Er spielt den Linguisten Leo (zum Glück Linguist, damit war Til Schweiger ausgeschlossen). Das Hin und Her, die Zerrissenheit und auch die Angst, aus einer perfekten Fantasie eine unperfekte Realität werden zu lassen, werden einfühlsam geschildert.

Fazit : Netter Kinoabend.

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