Hasiges

Ostern ist ja nun wirklich vorbei, wird man angesichts des Beitragsfotos einwenden, die letzten Deko-Artefakte habe ich gestern vor dem Hausputz weggeräumt. Trotzdem ließ sich der Haken schlagende Hase nicht ohne weiteres verjagen und meldete sich vehement als Autokino-Begleitung zurück.

KINO-UPDATE. So richtig scharf war ich ja nicht auf den Film, trotz der vielen Nominierungen, des Publikumspreises Filmfestival Toronto und dem Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch. Der Film spielt in der Endzeit des zweiten Weltkriegs und geht in satirischer Weise mit dem Nationalsozialismus um. In der Vorschau fühlte ich mich von der Thematik emotional überfordert. Aber den Film kannten wir noch nicht und Karten sind ein rares Gut. Wie kommt der Hase ins Spiel? Der unglaublich niedliche 10-jährige Johannes Jojo Betzler (Roman Griffith Davis) ist überzeugter kleiner Nazi, mag Hakenkreuze und will mal einen Juden fangen, um sein großes Idol Hitler zu beeindrucken. Der erscheint ihm häufig als imaginärer Freund, denn Jojo ist viel allein. Sein Vater kämpft an der Front, seine Mutter (Scarlett Johansson in einer sehr anrührenden Rolle) hat viel zu tun. Auf einem Lehrgangswochenende für die Hitlerjugend sollen die Kinder von Hauptmann Klenzendorf (großartig von Sam Rockwell) für den Endsieg trainiert werden. Jojo freut sich sehr darauf, ein richtiger Kerl zu werden und Juden zu töten. Als er allerdings ein Kaninchen umbringen soll, bringt er es nicht fertig, was ihm seinen Spitznamen und dem Film den Titel gibt: JOJO RABBIT.

Was sich sehr düster und bedrückt anhört, ist unterlegt von absurder Komik. Regisseur Taika Waititi, der selbst Hitler spielt, hat den richtigen Blick von außen auf die perverse Komik dieser Zeit. Als Sohn eines Maori und einer Mutter mit russisch-jüdischen Wurzeln hat er für Rassismus und Antisemitismus nur Spott übrig. Denn der kleine Jojo entdeckt auf dem Dachboden ein schreckliches Geheimnis. Seine Mutter versteckt eine junge Jüdin, die sich, für Jojo als Ziel jahrelanger Propaganda überraschend, als ein normaler, sogar netter Mensch herausstellt.

Ein Happy End durfte man nicht erwarten, aber der Film setzt am Schluss, was ihm in der Kritik auch vorgeworfen wurde, positive Zeichen. Uns hat er gut gefallen, für Kinder finde ich das Werk aber ungeeignet.

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