Kultiges

„Soll ja ein Kultfilm sein“, sage ich zu meinem Mann. „Kann ja wohl nicht angehen, dass wir den bis heute noch nicht gesehen haben. Außerdem gab es auch sonst kaum Karten und alle anderen Filme hatten wir schon.“ Watt willze machen? Da musse dann durch, et is eben alles nich einfach. Besonders gezz mit diesen Coronovid. Da kannze n Hörnchen kriegen tun, oder du lässtet lieber bleiben und setzt dich schön inne Karre, fährsse zum Autokino und lässt den lieben Gott n guten Mann sein. Un so ham wir datt dann auch gemacht, der Alte und meine Wenigkeit.

Kino-Update. Er spielt mit. Das haben wir nicht gewusst, damit aber trotzdem eine unserer wenigen Kino-Regeln gebrochen. Die Rolle ist aber erfreulich klein, er trägt eine furchtbare Perücke und kriegt auch direkt ordentlich aufs Maul. Die Rede ist von Til Schweiger, den wir sonst meiden wie der Teufel das Weihwasser. Da wir aber schon zum Fliegenfressen bereit waren, konnten wir dieses Problem veratmen.

Bestimmt weiß es schon jeder, dieser 20 Jahre alte Film läuft gerade in fast jedem Autokino. In BANG BOOM BANG – ein todsicheres Ding erzählt Regisseur Peter Thorwarth die Geschichte von Kalle Grabowski, der nach einem Banküberfall einsitzt, und seinem verkifften Kumpel Keek, der draußen auf das Geld aufpassen soll. Kalle träumt davon, am Tag seiner Entlassung von seiner Ollen in Pumps mit einem fetten Mercedes abgeholt zu werden. Dann ist da noch der miese fiese Kampmann (letzte großartige Rolle von Diether Krebs), der den armen Schlucke (Semmelrogge) und den kniegeschädigten Andy für seine Zwecke ausnutzen möchte. Datt kannze alles gannich so erzählen, datt musse einfach ma kucken. Und wennze gezz sachs, datt datt „frauenfeindlich“ is, dann frach ich: Wer hat denn am Ende die Kröten?

Der Filmdienst sagt dazu in einer Kurzrezension: „Eine dramaturgisch unausgegorene, streckenweise zotige Ruhrpottklamotte, deren ordinärer Tonfall genauso aufgesetzt wirkt wie einige nur um des Gags willen inszenierte Zynismen.“ Ich sach ma so, et gibt Leute, die können watt richtiget sagen, aber trotzdem weisste, datt die et einfach nich kapiert haben. Datt is so, wie wenn der Lauterbach übere Ferien spricht.

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