Entdecktes

Ein Spaziergang wird hotelseits vorgeschlagen. Ein lauwarmer Sommerabend lockt zunächst zum Schlösschen Moermond.

Hier erkennt man die Gräfte.
Angebracht in etwa 1,5 m Höhe: Die Markierung der Überflutung von 1953.

Eine kleine Allee von Kopfweiden fällt mir auf, außerdem stattliche Rhododendren.

Jede Menge Material für die Korbflechter.

Na sowas, hier ist sogar ein Stück des Jakobswegs.

Gilt das als pilgern, wenn man nichts davon weiß?

Und schon sind wir am Strand.

Auf dem Rückweg kommen wir an einem Denkmal für zehn Widerstandskämpfer vorbei, die von den Nazis hingerichtet worden waren. Wie immer vor solchen Denkmälern schäme ich mich und bin dankbar, dass ich mich überhaupt auf niederländischem Boden aufhalten darf.

16 Kommentare

  1. Diese Scham empfinde ich immer noch. Als ich mit 18 auf Textel in der Jugendherberge war, sammelte der Herbergsvater einmal alle deutschen Jugendlichen ein und führte uns auf den Russenfriedhof. Dort lagen die russischen Zwangsarbeiter, die für die Nazis den Kriegshafen Den Helder ausgebaut hatten. Anschließend wurden sie erschossen. Der Herbergsvater zeigte auf die Gräber und sagte: „Das haben eure Väter getan.“
    Danke für die schönen Fotos eures Ausflugs.

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    1. Das ist von dem Jugendherbergsvater sehr hart und würde heute so nicht mehr vorkommen. Ich finde die Auseinandersetzung damit aber wichtig, um ein Bewusstsein dafür zu haben. Mir ist es schon peinlich, wie manche Deutschen sich im Ausland aufführen…

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  2. Ich schäme mich nicht, es gibt keine Erbschuld, und dafür, wie andere Leute sich verhalten, im Ausland oder zu Hause, und egal, ob Deutsche oder aus einem anderen Land, kann ich auch nichts. Ich kann schon verstehen, warum man solche Empfindungen hat, aber ich halte sie für unangebracht. Aber ich finde auch, daß man sich damit auseinandersetzen muß, alle Denkmale daran sind wichtig, damit man nie wieder vergißt, was Menschen anderen Menschen angetan haben.
    Das Sonnenfoto finde ich besonders schön.

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    1. Ich habe überlegt, das Foto des Denkmals samt Text einfach wegzulassen. Diese Diskussionen sind schwierig, besonders digital geführt. Mit einem weiteren schönen Foto vom Sonnenuntergang passiert einem da nichts… Trotzdem danke für den Kommentar und das Fotolob 😊

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    2. @ Videbitis
      Meine Schülerinnen/Schüler haben auch oft gesagt: „Damit haben wir nichts zu tun, also müssen wir uns nicht schämen.“ Mein Gegenargument: „Ihr habt auch nichts mit der Leistung der Nationalmannschaft zu tun, also braucht ihr auch nicht stolz zu sein, wenn sie Weltmeister (oder Ähnliches) werden. Meint: Nationalgefühl ist unteilbar. Da du kein Sportfan bist, trifft das auf dich eher nicht zu. Es sind aber nicht Menschen, die anderen Leid zugefügt habern, es waren Deutsche, mit unserem gemeinsamen kulturellen Hintergrund, mit unserer Geschichte, mit unserer Sprache, unsere Vorfahren. Ich fand damals Willy Brandts Kniefall in Warschau gut und angemessen.

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      1. Alle Menschen sind frei und gleich (in ihren Rechten) geboren – man kann einfach nichts dafür, in welches Land und in welche Gesellschaft man geboren wird. Und deshalb ist man auch nicht verantwortlich für die Untaten seiner Vorfahren, seien sie auch noch so schrecklich.
        Ich halte jeden Nationalstolz für falsch (Du hast recht, Sport ist mir sowieso egal, aber ich bin beispielsweise auch nicht stolz darauf, daß Beethoven ein Deutscher war). Er ist ein soziales Phänomen und erfüllt das diffuse Bedürfnis nach einer Gruppenidentität, die wiederum auf den Einzelnen positive Wirkung hat, sonst würden die Leute sich ja dem nicht hingeben. So lange das spielerisch geschieht, wie meinetwegen im Fußball, finde ich das nicht schlim. Den Stolz auf eine heutige Mannschaft zu verbinden mit den Gräueln unserer Väter, erscheint mir willkürlich, ich sehe da überhaupt keinen Zusammenhang: Man ist weder für das eine, noch für das andere verantwortlich, hat in beiden Fällen eigentlich keinen Grund für Stolz oder Scham. Wenn man dann trotzdem aus den genannten Gründen Stolz für das eine empfindet, wieso sollte das dann gleichzeitig ein Schamgefühl für das andere, noch dazu vergangene hervorrufen? Nationalgefühle betreffen doch nicht sämtliche Taten der Nation zu allen Zeiten.
        Den Kniefall fand ich auch gut: In einer Welt von konkurrierenden Nationen, die sich normalerweise nur säbelrasselnd begegnen, war diese symbolische Geste der Demut vor den Opfern ein Moment von moralischer Stärke, wie man es nur selten sieht. Aber Scham habe ich nicht dabei empfunden.
        Kulturell haben wir die Verpflichtung des Erinnerns. Schamgefühle sind da meines Erachtens eher hinderlich.

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