Fußläufiges

Sie solle nicht so schnell laufen, rufen wir unserer Tochter hinterher, die jugendlich-forschen Schrittes mit uns durch ihre Stadt marschiert. Sie hat bestimmte Ziele im Auge, die sie uns zeigen will, wir gucken auch gerne links und rechts, was sich in Maastricht allemal lohnt.

Blick von einer der vier Stadtbrücken.



Blick in den Garten eines Restaurants.
Blick auf die Torzufahrt der Waldorfschule.

Wenn einer eine Reise tut, zumal zu Fuß, ermöglicht die Langsamkeit eine bessere Wahrnehmung. Besonders in einer großen Stadt, wo es an jeder Ecke etwas zu sehen gibt.

KINO-UPDATE. Der Mann macht das nicht einfach nur mit Hingabe. Man kann es Besessenheit nennen, wobei Matt Green überhaupt nicht verkniffen oder missionarisch daherkommt. Er verfolgt auf seine sympathische Art das Ziel, dass er sich vor vielen Jahren gesetzt hat, nämlich jede Straße in New York abzulaufen. Irgendwann wurde Kameramann und Regisseur Jeremy Workman auf das Projekt aufmerksam und fragte Matt, ob er ihn begleiten dürfe, natürlich nur als stummer Begleiter und Dokumentarist. Der Zustimmung Matts haben wir zu verdanken, dass wir New York in all seiner Lebendigkeit erleben, eine Stadt als Metapher für die ganze Welt. Matt besucht Friedhöfe, fotografiert Friseursalons, probiert Feigen, besucht den ältesten Baum der Stadt und trifft Alte, Kinder, Männer und Frauen. Neugierig und unvoreingenommen kommt der inzwischen 38-Jährige, der auch mal einen normalen Beruf hatte, mit den Menschen ins Gespräch, recherchiert über alles was ihn interessiert. Eine Wohnung in New York kann er sich nicht leisten, er wohnt bei Freunden oder verdient sich seine Unterkunft durch Katzen- und Hundesitting.

Ein bisschen wehmütig stimmt der Film, in einer Welt ohne Corona werden noch sehr freundlich viele, viele Hände geschüttelt.

Und nachdenklich macht der Film, denn Rassismus ist auch ein Thema, das zur Sprache gebracht wird. Es gibt noch mehr Menschen, die New Yorks Straßen ablaufen. Ein dunkelhäutiger Schriftsteller erzählt, dass er dazu Vorsichtsmaßnahmen ergreifen muss, zum Beispiel niemals einen Hoody zu tragen, dafür aber stets Brille und Buch dabei zu haben, sonst könne es für ihn gefährlich werden.

New York – Die Welt vor deinen Füßen kann Fernweh auslösen vielleicht aber auch besänftigen. Ein Städtetrip, den man in absehbarer Zeit nicht so leicht wird machen können. Erschienen in den deutschen Kinos kurz vor dem Lockdown im März und daher jetzt bei vielen Kinos noch im Programm. Lohnt sich!

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