Übertriebenes

Nachdem es hier wochenlang überhaupt nicht geregnet hat, konnte man morgens einen städtischen Bediensteten beobachten, der in strömendem Regen die öffentlichen Beete goss. Man darf da auch nicht zuviel Flexibilität erwarten.

Auf jeden Fall ein guter Tag, um ein Schloss zu besichtigen. Dieses Schloss erbaute sich Eberhard Ludwig zunächst als Jagdlustschloss in eben jenem dunklen Wald, den der Römer Tacitus einst als „gar förchterlich und dunkel“ beschrieb.

1704 ließ er den Grundstein legen.

Dem Herzog gefiel’s, er ließ ausbauen, stellte italienische Baumeister ein und rief zur Ansiedlung auf, wofür kostenlose Bauplätze und 15 Jahre Steuerfreiheit versprochen wurden. Es muss wirklich düster gewesen sein.

Netter Speisesaal.

Zur Illumination, so erfahren wir staunend, wurden TÄGLICH 10.500 Bienenwachskerzen benötigt. Verantwortlich waren allein dafür 10 Kerzenjungen, die in über 400 Räumen für Erleuchtung sorgten.

Eine imposante Ahnengalerie.
Altar der Barockkirche, mal evangelisch, mal katholisch, je nach Weltlage.
Zum barocken Festmahl gehörten 145 verschiedene Speisen – an einem Abend. Musste dann auch abwechslungsreich serviert werden.

Eine barocke Theaterbühne war auch zu besichtigen. Hier ließen sich die hohen Herrschaften vom unsäglich langweiligen Hofleben ablenken.

Die Armen! Wir fuhren am Nachmittag noch zu einem spontanem Cousinen – und Schwesterntreffen. Das war – ohne Übertreibung – sehr unterhaltsam 😊

4 Kommentare

  1. Über den Gärtner musste ich herzlich lachen. Ich habe gestern den Gartenschlauch weggeräumt und Abends ist meine Heizung selbsttätig angesprungen.
    Mehr Flexibilität zeigte unsere Dombauhütte. Die haben nämlich während des Lockdowns alle Außenarbeiten ruhen lassen und sich spontan den Innenräumen gewidmet. Den Aufgang zum Turm von mehreren Schichten Graffiti befreit und die Fußböden restauriert. Das fand ich wirklich bewundernswert.

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  2. Bei uns haben voriges Jahr die öffentlichen Bediensteten die Straßenränder gemäht, auf denen noch überhaupt nichts nachgewachsen war. Also Staubfahnen und Müllfetzen verteilt.
    Ich habe dann die Stadt angeschrieben, ob sie nicht statt dessen besser den Müll hätten einsammeln können.

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