Strahlendes

Urlaub hin oder her, als Dauerkinogänger unterstützen wir selbstverständlich die Lichtspielhäuser immer und überall, so auch an unserem letzten Abend in Aschaffenburg. Der Film, der uns interessiert, läuft im Programmkino Casino, das 1953 eröffnet und 2004 wiedereröffnet wurde. Flair und Filmauswahl erinnern uns sehr an das Schloßtheater in Münster, es kommt auch gleich ein Gespräch über die Hauptdarstellerin in Gang, so dass wir nicht fremdeln. Mit insgesamt vier Menschen genießen wir folgenden Film:

Marie Curie – Elemente des Lebens. KINO-UPDATE. Marie Sklodowska ist eines auf keinen Fall: diplomatisch. Sie studiert als eine von sehr, sehr wenigen Frauen ab 1891 an der Pariser Sorbonne. Ihr Verhalten und ihr Selbstverständnis als Frau und Wissenschaftlerin würde besser in das Jahr 1991 passen. Marie (eine spannende Rolle für Rosamunde Pike) forscht mit ganzer Leidenschaft an einem Phänomen, dem sie den Namen Radioaktivität geben wird. Ihre Ausstrahlung muss stark gewesen sein, denn Pierre Curie lässt sich von ihrer mehr als schroffen Art nicht abhalten – weder privat noch beruflich. Sie werden ein Paar und forschen gemeinsam unter mehr als dürftigen Bedingungen. Dies alles versetzt und kontrastiert die selbst als Person sehr interessante Regisseurin Marjane Satrapi mit Szenen vom Abwurf und Test der Atombomben und mit Szenen aus einem Krankenhaus, in dem die Bestrahlung zur Krebstherapie eingesetzt wird. Die iranisch-französische Regisseurin ist Comiczeichnerin, was beim Film gelegentlich durchscheint. Auf entscheidende Szenen im Leben Marie Curies werden Schlaglichter geworfen, persönliche Entwicklungen bleiben manchmal im Hintergrund.

Der Film hat mich angeregt, mehr über diese Frau erfahren zu wollen. Wie war das genau mit der Verleihung der Nobelpreise und dem Hinweis der Akademie, sie möge lieber nicht persönlich kommen? Wie hat sie nach dem Unfalltod ihres Mannes die Erziehung ihrer Töchter neben der Forschung bewältigt?

Noch nie gehört hatte ich, dass Marie Curie sich im ersten Weltkrieg mobile Röntgenwagen entwickelt und sich für deren Einsatz stark gemacht hatte, um Operationen durchführen zu können. Sie hat sogar selbst an der Front einen solchen Wagen gefahren.

Bewegend, spannend und somit sehr empfehlenswert.

P. S. : Das Foto zeigt einem alten Projektor vor dem Kino in Ludwigsburg 😊.

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