Zerbrechliches

Verschiedene Gründe bringen uns dazu, die Ergänzung unserer Campingausrüstung dem Realtest zu unterziehen, der Anfang Mai ausgefallen ist. Weit fahren muss man dafür nicht, beschließen wir. Rein zufällig ist ganz in der Nähe des Campingplatzes, den ich ausgeguckt habe, das Marta Herford. Ideal für den Samstagnachmittag!

Bereits von außen ein Hingucker, erbaut vom Stararchitekten Frank Gehry.

Schon draußen beginnt die Ausstellung, es gibt einen kostenlosen Audioguide, kundig besprochen vom Künstlerischen Direktor Roland Nachtigäller.

Die Philosophin.

Hauptsächlich sind wir aber drinnen unterwegs. Zwar gibt es keine Führung, aber ein engagierter Museumsmitarbeiter hängt sich an unsere Fersen und hat allerlei Insiderwissen parat. Glas und Beton – Manifestationen des Unmöglichen, so heißt die sehenswerte Ausstellung, verlängert bis zum 4. Oktober. Wieso Beton und Glas? Die Baustoffe hätten interessante Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuweisen, heißt es in der Einführung. Beide bestünden hauptsächlich aus Sand und seien bei der Bearbeitung flüssig und formbar. Während Beton aber kalt verarbeitet würde und bei der Aushärtung Wärme produziere, sei bei Glas sozusagen das Gegenteil der Fall.

Genug des Vorgeplänkels. Ich zeige jetzt einige Fotos von der Ausstellung, beim letzten Kunstwerk sage ich noch etwas zum Hintergrund.

Ausbalancierte Betonstein-Skulptur von Vincent Ganivet.
Glasskulpturen von Kai Schiemenz.
Weltempfänger von der guten Isa Genzken. Dass die auch individuelle Empfangsprobleme hat, wissen wir ja von unseren Besuchen im Mönchehaus Goslar.
So „malt“ Matti Braun – einen Metallrahmen mit Beton ausgießen, Eisenoxide einstreuen und gespannt sein, welche Muster sich im Prozess der Aushärtung ergeben.

Besonders beeindruckt hat uns die Installation von Louisa Clement. Zunächst einmal handelt es sich um schwarze Glasbruchstücke mit farbigen Einsprengseln. Ästhetisch – auf jeden Fall, aber deutlich mehr als das. Das schwarze Glas entsteht bei der Beseitigung des Giftgases Sarin. Bei hohen Temperaturen wird das Nervengas mit Glas verschmolzen, die Giftstoffe auf molekularer Ebene eingebunden. Das Glas wird zu „unbedenklichem Sondermüll“, der im Straßenbau Verwendung findet. Wo macht man sowas? An nur zwei Orten, einer davon ist Münster. 😶

Sieht wirklich harmlos aus – die Künstlerin nutzt das Material auch für eigene Skulpturen.

Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt. Das Wetter scheint sich heute Vormittag zu stabilisieren, so dass nun eine gemäßigte Wanderung ansteht. Allen einen schönen Sonntag 😊

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