Lehrreiches

„In jedem Menschen leben von Geburt an zwei kleine Bären, die mit der Zeit immer größer werden. Der eine Bär steht für das Gute: Vertrauen, Zuversicht, Mitleid, Liebe. Der andere Bär steht für das Böse: Gewalt, Selbstzerstörung, Hass.“

„Welcher Bär gewinnt?“

„Der, den du fütterst.“

Mit diesem ansprechenden Gleichnis endet ein Film, der aufgrund seiner Horror-Elemente erst ab 16 freigegeben ist, obwohl sich auf der Leinwand nichts abspielt, was man in der realen Welt nicht verstörender haben könnte.

KINO-UPDATE. Aber mit Realität möchte dieser Film auch nichts zu tun haben, ebenso wenig seine Zuschauer. The New Mutants ist ein Jugendbeitrag zur X-Men-Reihe, bereits vor zwei Jahren gedreht und erst jetzt in die Kinos gekommen. Wir hätten uns auch für den Food-Porn-Liebesfilm Love Sarah entscheiden können, aber da schien der Puderzucker nicht nur zu schneien, sondern als Lawine auf einen herunterzubrechen. Dann lieber junge Mutanten, die sich alle schwer haben etwas zu Schulden kommen lassen und mit Hilfe „therapeutischer“ Maßnahmen nun lernen sollen, ihre zerstörerischen Kräfte zu kontrollieren. Und am Ende ist die falsche Ärztin aufgefressen und die fünf Einzelgänger haben sich zu einer Gruppe zusammengerauft. Moral von der Geschicht siehe oben. Was die 94 Minuten trotzdem sehenswert macht, ist Anya Taylor-Joy mit ihrer starken Leinwandpräsenz. Kurz vor dem Lockdown durften wir sie ja in EMMA anschmachten. Jetzt erst haben wir also die Schauspielerin in einem Film gesehen, der VOR Emma gedreht worden war und ihre schauspielerische Entwicklung damit vorweggenommen hat.

Die Zukunft also vor der Vergangenheit. Was für eine geschmeidige Überleitung 😉 Denn nachdem Dieter und mit weitreichender Erklärung auch Jules so kundig auf das Sator-Quadrat verwiesen hatten, kamen wir nicht umhin, TENET mit dem Hintergrund unseres neuen Wissens noch einmal anzusehen. Und siehe da, wenn man weiß, worauf man achten muss, fallen die vielen sorgfältig platzierten und spannenden Raffinessen auf.

Der russische Oligarch wirkte gar nicht mehr so dominant, und das Vor und Zurück in der Zeit ließ sich mit mehr Genuss verfolgen, während es die Zuschauergruppe hinter uns noch sehr ratlos zurückließ.

Sogar beim Spaziergang… es ist überall.

Und apropos temporale Zange: Der Sommer kommt noch mal vorbei. Die Gelegenheit, diesmal alles richtig zu machen. Schönes Wochenende! 😎

 

 

2 Kommentare

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