Reiches

Aus der Zeitung bekomme ich heute Morgen vorgelesen, dass der Absatz von kleinen bzw normalen Autos stagniert, während die Karren im Luxussegment weggehen wie warme Semmeln. Das passt zum gestrigen Film wie der Champagner zum Kaviar.

KINO-UPDATE. Eine ganz schlichte Frage beschäftigt Carmen Losmann. Wo kommt eigentlich das Geld her? Dabei geht es nicht um den Herstellungsprozess von Bargeld. Die Drehbuchautorin und Regisseurin möchte wissen, wie das Geld entsteht, das Unternehmen, Banken und Investoren als Gewinn erhalten möchten. In sehr verständlicher Weise, auch anhand eines überarbeiteten Monopoly-Spiels, offenbart die sehr sachlich gehaltene Dokumentation den erstaunlichen Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Verschuldung und Vermögenskonzentration. Was sich jetzt vielleicht ein bisschen trocken anhört, wird 1 Stunde und 29 Minuten lang immer spannender. Carmen Losmann benötigt dafür weder Spezialeffekte noch tolle Schauspieler. Sie filmt die großen Glastempel, in denen der Religion der Ökonomie und des Geldes gehuldigt wird. Sakrale Bauten, in denen Anzug – uniformierte Menschen sich ganz fest an die alten Glaubenssätze der Volkswirtschaft halten – und auf diese Weise dafür sorgen, dass zum Wohle Weniger der Planet weiter geplündert wird. Carmen Losmann wird niemals vorwurfsvoll, sie möchte einfach nur ihre Frage beantwortet haben. Die hohen Herren sind verdutzt, verblüfft oder fühlen sich ertappt. Allein für deren Gesichtsausdrücke bei den schlichten Fragen der Autorin lohnt sich schon der Film Oeconomia.

Fazit: UNBEDINGT angucken.

7 Kommentare

  1. Danke für die Empfehlung!
    Leider ist das wieder so ein Film, der in meiner Kleinstadt wahrscheinlich nicht ins Kino kommt. :/

    Erinnert mich ein wenig an „Kapital im 21. Jahrhundert“, den ich vor kurzem auf Amazon gesehen habe (weil mir das Buch zu dick ist). Der war visuell ansprechend, hätte aber gerne etwas mehr in die Tiefe gehen dürfen.

    Gefällt 3 Personen

  2. Schon allein die Tatsache, dass ein Regisseur mit 90 Minuten auskommt, verdient ja ein dickes Lob (jedenfalls meinerseits). Was nun das Geld angeht, so weiß ich eigentlich nur, dass Geld eines ganz gewiss nicht tut – nämlich arbeiten. Muss man mehr wissen, um den ganzen Schwindel zu durchschauen?

    Gefällt 1 Person

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