Überschäumendes

Natürlich waren wir am Wochenende nochmal flux im Kino, und zwar am Freitag und am Sonntag, deswegen hier ein KINO-UPDATE DOUBLE FEATURE.

In beiden Filmen steht eine junge Frau im Mittelpunkt, die mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Kein ungewöhnliches Thema für einen Film, mag der eine oder andere Lesende denken und dabei hinter vorgehaltener Hand leise gähnen. Doch Story, Umsetzung und die Schauspieler haben es in sich! Und zwar so, dass ich bei meiner Begleitung darauf gepocht habe, nach den vier Wochen erst einmal wieder in einen „normalen“ Film gehen zu wollen… Bis dahin werde ich beschäftigt sein, meine Eindrücke zu verarbeiten und die eine oder andere Einzelheit nachzulesen.

Wer nennt seine Tochter Old Dolio? Robert und Theresa Dyne, mäßig erfolgreiche Betrüger und Kleinganoven haben ihre Tochter so taufen lassen, um damit ein krummes Ding abzuziehen, aus dem dann, wie so oft, nichts wurde. Sie leben zu Dritt in einer als Wohnung bezeichneten Kaschemme neben einer Schaumfabrik, in der aufgrund undichter Wände zwei bis drei Mal täglich rosa Schaum die Wände herunterläuft. Old Dolio ist bereits 26, aber hat kein eigenes Leben. Sie muss sich ständig neue Betrügereien ausdenken, um für sich und ihre Familie Geld zu verdienen. Gelobt wird sie dafür von diesen auf skurrile Art sehr gemeinen Eltern nicht. Die finden Gefallen an Zufallsbekanntschaft Melanie, die schon immer mal wie bei Oceans 11 cool und kriminell sein wollte. Doch bald bemerkt sie, das Ehepaar Dyne ist nicht cool, sondern abstoßend. Dass der Film dabei nicht in eine Tragödie abgeleitet, sondern ein munteres Augenzwinkern beibehält, liegt auch an den Hauptdarstellerinnen Evan Rachel Wood und Gina Rodriguez. Kajillionaire (ein unbestimmter großer Haufen Geld) vermittelt als Botschaft, dass es immer auch gute Menschen gibt, denen man sich anvertrauen darf. Das müssen nicht die Eltern sein.

Um das Elternthema geht es auch in Ema, einem Film des Chilenen Pablo Larrain. Die beiden Hauptdarsteller haben als Ehepaar ein Kind adoptiert, mit dessen Erziehung sie überfordert waren. Sie bringen das Kind zurück, wofür sie sich gegenseitig heftige Vorwürfe machen. Dieser Teil des Films ist intensiv gespielt, wie überhaupt der ganze Film emotional Achterbahnen fährt und sehr, sehr, sehr viel Haut zeigt, allerdings nicht auf die herkömmliche Art. Also für mich viel zu anstrengend. Gefallen und gepackt hat mich dagegen, dass Hauptdarstellerin Mariana Di Girolamo und ihre Mädchen/Frauengang sehr viel tanzen, auf eine ziemlich aufregende Art. Reggaeton heißt der Stil, von dem ich bis dato noch nie gehört hatte. Das kann man sich mal auf Youtube geben, wenn man demnächst etwas Zeit hat. Spart auch Heizkosten, weil einem dabei echt warm wird.

Tja, im Dezember wird es dann wohl weitergehen mit der Filmeguckerei. Es hat sich herumgesprochen, dass wir gelegentlich ins Kino gehen und ein Stapel von Gutscheinen wartet geduldig aufs Einlösen 😊

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