Tüte der Woche Nr. 56

Da lässt wieder eine Information auf sich warten, die ich mir derweil mit einem Teilchen versüße. Denn Handwerk hat nicht nur einen goldenen Boden, es tut auch was für den süßen Zahn.

Die Fakten

Breite: 28 cm. Höhe: 31 cm.

Die Tüte hat an beiden Seiten 6 cm breite Falzen, die Tragelaschen sind nicht in der Mitte ausgestanzt, sondern ragen an beiden Seiten über den Rand hinaus. Warum? Damit man das Papiertablett mit Bestückung bequem und unbeschadet nach Hause bekommt.

Hier wirbt der Konditor, ein Beruf, der sich im Spätmittelalter aus dem des Bäckers entwickelt hat. Zuerst waren es Lebküchner, die ihre Brotteige mit Honig, Trockenfrüchten und Gewürzen versetzten.

Während die Farbgestaltung aufgrund der Motive hauptsächlich in Nuancen von schokoladenbraun bis baiserweiß changiert, fällt der Text in leuchtendem Rot auf.

Eingekringelt und mit Rufzeichen!
Die Begründung wird auch gleich mitgeliefert.

Was da im Einzelnen frisch besser schmecken soll, habe ich mir noch mal im Detail angesehen.

Ein köstliches kleines Stachelbeerküchlein mit Baiser. Oder sind es Sahnetupfer?
Mmmmh! Die heißen bei uns Mandelbögen, außen zart knusprig und innen saftig marzipanig.
Petit Fours, sehr hübsch anzusehen, habe ich mir aber noch nie gekauft. Sie werden aus Biskuitteig ausgestochen, mit Cremes gefüllt und mit Zuckerguss glasiert. Der Name bedeutet nicht „kleines Stückchen“, wie ich gerade erfahren durfte, sondern „kleiner Ofen“. Man nutzte zur Herstellung nämlich die Restwärme, wenn die Hauptproduktion abgeschlossen war.
Auch sehr lecker, der Florentiner. Verstörender Weise soll er mit seinen kandierten Mandeln und dem zarten Schokoladenboden gar nicht aus Florenz stammen, sondern auch aus Frankreich.
Kirschplunder, einfach und notfalltauglich.
Könnte eine Apfeltasche sein, aber auch Puddingfüllung ist denkbar.
Für die härteren Fälle – ein Stück Nuss-Nougat-Torte.

Das folgende Gebäckstück sieht sehr unauffällig aus. In unserer Konditorei habe ich es schon lange nicht mehr gesehen. Erfunden wurde der Mohrenkopf laut Wikipedia Ende des 19. Jahrhunderts in Leipzig. Demnach wurden Eidotter mit Zucker zu Schaum geschlagen und dann Eiweiß und Mehl beigemischt. Kleine runde Häufchen wurden rasch gebacken und je zwei mit Marmelade zusammengeklebt. Ein Tauchbad in Schokolade bildete den Abschluss.

Bestimmt lecker, braucht aber dringend einen weniger diskriminierenden und nicht – rassistischen Namen. Bestimmt hat sich euer Konditor schon was einfallen lassen.
Vor Ort gerne mit einem Tässchen Kaffee.

Der Beginn eines alten Herbstgedichtes fällt mir ein, das ich irgendwo gelesen habe :

Wer jetzt kein Sixpack hat, kriegt keines mehr.

Wer jetzt ein Moppel, wird es lange bleiben.

In diesem Sinne: Unterstützt das lokale Handwerk und holt euch ein Teilchen 😊

4 Kommentare

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