Geplatztes

Ein perfekter Freitagabend: auf der Terrasse in der Abendsonne Salat essen, Bierchen trinken (selbstverständlich alkoholfrei) und dann ins KINO. Wahnsinn. Auf dem Hinweg frage ich mich, ob wir wohl allein im dunklen Kinosaal sitzen werden, wie das bei sehr schönem Wetter schon häufiger der Fall war. Aber nein, auch andere treibt die Sehnsucht,wir sind etwa 10 oder 12. Nach dem Film müssen wir uns nicht maskiert durch den Hinterausgang verdrücken und nach Hause fahren, nein, wir setzen uns zu einem Glas Rotwein (selbstverständlich mit Alkohol) in den Außenbereich eines spanischen Lokals, weil wir es so WOLLEN. Weil das alles zuviel des Guten war, blinkte auf dem Rückweg plötzlich ein verdächtiges rotes Licht auf, dass, wie zu Hause dann fachmännisch festgestellt wurde, einen geplatzten Kühler anzeigt… Jetzt aber schnell zum Film.

KINO-UPDATE. Jodie Foster wurde für diese Rolle bepreist, die sie erwartungsgemäß bestens ausfüllt. Für weibliche Fans ist der Herr Cumberbatch mit einer gar nicht so kleinen Rolle dabei und die jüngere Generation darf sich von Shailene Woodley angesprochen fühlen. Der Mauretanier ist das Gegenteil einer leichten Gute-Laune-Geschichte. Mohamedou Ould Slahi wird von einer Familienfeier abgeholt, um ein paar Fragen zu seinen Kontakten zu beantworten. Die nächsten vierzehn Jahre seines Lebens verbringt er dann in Guantanamo. Anwältin Nancy Hollander übernimmt nicht begeistert, aber routiniert den Auftrag, für Slahi, der ohne Anklage und ohne Hoffnung festgehalten wird, ein Gerichtsverfahren anzustrengen. Eine in der Öffentlichkeit undankbare Aufgabe, weil von den einsitzenden Personen pauschal angenommen wird, dass sie alle Terroristen sind und zum Anschlag des 11. September beigetragen haben. So wie Militärstaatsanwalt Couch, der auch aus ganz persönlichen Gründen Blut sehen will. Doch die Prüfung der Akten (erstmal muss man rankommen) bringen viel Zweifelhaftes zu Tage. Der Film basiert auf der wahren Geschichte Slahis, dessen Leidensweg von Tahar Rahim genial dargestellt wird.

Warum ist man nach diesem Film nicht völlig deprimiert? Slahi selbst wird im Nachspann gezeigt. Ist er (zurecht) verbittert, wütend, einsam und krank? Nein. Er ist ein humorvoller, liebenswürdiger, lächelnder Mann. Gut, dass es solche Menschen wie ihn gibt, aber auch wie Nancy Hollander, die das Recht mit allen Mitteln verteidigt und wie Stuart Couch, der Moral genug besitzt, seine Meinung zu ändern. Ansehen!

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