Tüte der Woche Nr. 92

In Notenfragen sei ich über ihr Budget hinausgehend absolut unbestechlich, ließ ich auf Nachfrage in Abiturkursen wissen, vor etwa zehn Jahren. Allerdings gebe es eine kleine Schwäche, Lakritzschnecken von Haribo betreffend. Dies führte in gut gestimmten Jahrgängen manchmal dazu, dass ich einen Beutel hinter die Scheibenwischer geklemmt vorfand. Womit der Werbespruch wieder bestätigt war.

Die Fakten

Breite: 36 cm. Höhe: 40 cm.

Die Vorderseite und die Rückseite haben teils unterschiedliche Aufdrucke. Gemeinsam ist beiden Seiten der jedermann und – frau bekannte Werbeslogan Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso in Weiß auf einem knallroten Streifen, der oben und unten das Motiv einrahmt.

Abgebildet ist die Haribo – Goldbärentüte, schon mit dem Bärchen samt roter Schleife, in dieser Form 1989 eingeführt. Allerdings noch mit dem unverblümten Hinweis MIT FARBSTOFF. Muss also noch Teil der alten Produktion gewesen sein, bevor Pflanzen – und Fruchtfarben die Chemie ablösten. Links ist der Bär in einer Nummer größer und die Schleife auf der anderen Seite tragend damit beschäftigt, auf Sprechblase und Tüte hinzuweisen :

Frisch Fruchtig Bärig gut.

Auf der anderen Seite überzeugt links ein flotter Reim in dicken schwarzen Buchstaben : Lakritze einfach spitze. Rechts ist eine Tüte Katinchen-Kätzchen mit zwei Katzen abgebildet, denen das rote Schleifenhalsband mindestens so gut steht wie den Bären.

Auch auf dieser Seite wird noch mit künstlichem Aromastoff geworben.

Die Firmenwebseite hat für die Verbraucherberatung und weitere Fragen eine Nummer bereit. Ich habe weiter Fragen, nämlich wie es sich mit den Zutaten verhält. Eine sehr sympathische Dame am anderen Ende der Leitung bittet um Verständnis dafür, dass die früheren Rezepturen genau wie die aktuellen ein Firmengeheimnis seien. Aber sie könne verraten (habe ich ja schon erwähnt),dass die Rezeptur aufgrund veränderter Verbraucherwünsche 1989 angepasst worden sei. Bei der Sorte in den USA liege die Sache anders, überhaupt richte sich die Zubereitung nach nationalen Vorlieben. Zu den Tüten könne sie noch sagen, dass diese ausschließlich im Fabrikverkauf oder bei Truck-Events zum Einsatz gekommen seien. Und heute, selbstverständlich, sei das Material Papier.

Für weitere Einzelheiten sehe ich mich auf der gut betreuten Homepage um. Hans Riegel aus Bonn gründete sein süßes Imperium am 13.13.1920 in einer Hinterhof – Waschküche mit einem Sack Zucker, einem Kupferkessel, einer Marmorplatte und einer tatkräftigen Frau. Die erste Hälfte des Slogans wurde 1930 entwickelt, in den 60er Jahren kam die Ergänzung für die Erwachsenen hinzu. Und der Bär war 1922 noch ein Tanzbär, er bekam ebenfalls 1960 die heutige Form und das Patent.

Die Produktvielfalt ist inzwischen enorm, Maoam wurde auch eingemeindet. Was ist eure Lieblingssorte?

15 Kommentare

  1. Mein Onkel hat in den Achtzigerjahren in Bonn gelebt. Im Herbst konnte man bei den Haribowerken Kastanien abgeben und bekam dafür die gleiche Menge Hariboschüttgut zweite Wahl. Das haben wir als Kinder natürlich paradiesisch gefunden. Wir haben uns aber auch die Frage gestellt, was Haribo mit den ganzen Kastanien macht…

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