Bewusstes

Gellerts Butterbirne ist reif und verlangt wie die Bäume im Märchen, dass man sie abernte. Als brave Goldmarie koche ich sie ein, wie Oma mit Zimtstange, aber ganz bewusst mit etwas weniger Zucker. Hoffentlich schmecken sie trotzdem ähnlich gut. Gerade zugedeckelt geht’s auch schon ins Kino. Und weil wir da auch gestern Abend waren, ist das ein

KINO-UPDATE DOUBLE FEATURE. Der Film nimmt sich Zeit für die Einführung seiner Hauptfigur. So kommt man in die Geschichte gut hinein, in der, wie so oft bei Helden, die jungen Männer wieder schwer mit ihren Vätern zu kämpfen haben. Diese sind laut einem universalen Filmgesetz entweder zu gut für die Welt oder Bösewicht schlechthin. Der nette Shaun (Simu Liu) arbeitet wie Krull im Hotel, sieht aber nicht außergewöhnlich gut, sondern wie ein Normalo asiatischer Abstammung aus. Mit seiner Kollegin und platonischen Freundin Kate (Awkwafina, sehr sympathisch und witzig) hängt er nachts in Karaokebars ab. Dann will ihm ein unheimlicher Typ das Amulett seiner verstorbenen Mutter klauen. Es folgt die beste Bus-Action seit Speed. Dann ein Trip nach Macao, ein magischer Wald – ha, ich wusste gleich, dass hier Shakespeare zitiert wird -, geheimnisvolle Geschöpfe aller Art und immer wieder asiatische Kampfkunst, elegant inszeniert wie ein Tango. Mit Shang Li und der Legende der zehn Ringe hat Marvel sich und uns einen Gefallen getan, wenn auch der Schluss gut und gerne 20 Minuten kürzer hätte ausfallen dürfen. Der neue Held bereichert das Repertoire auf unterhaltsame Weise und seine böse und ungerechtfertigter Weise zu kurz gekommene Schwester liefert frei Haus eine neue clevere Bösewichtin mit Geld und Personal.

Der Nachmittagsfilm beginnt und endet im Wasser. Die Frage, warum eigentlich Menschen vom Wasser immer wieder angezogen sind, beantwortet er indirekt. Denn da dürfte die Wiege des Lebens und der Schlüssel zu dem zu finden sein, was wir Bewusstsein nennen. Frauke Sandig und Eric Black folgen rund 100 Minuten lang sechs ganz unterschiedlichen Menschen, zumeist Wissenschaftlern, die sich mit dem Bewusstsein und seinem Ursprung befassen. Ob Hirnforscher, Meeresbiologin oder buddhistischer Mönch… sie alle kommen auf unterschiedlichen Wegen zu der Erkenntnis, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sein müssen. Und das es etwas gibt, dass alles Leben, sogar alle Materie miteinander verbindet. AwareReise in das Bewusstsein. Interessant und bewegend. Für Meister Yoda Fans eine Bestätigung. Eigentlich haben wir es ja gewusst.

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