Tüte der Woche Nr. 94

Die meisten Unfälle sollen ja im Haushalt passieren. Was den Krankenstand im Kollegium betrifft, scheint mir das ausreichend erwiesen. Übersehene Stufen, glatte Fliesen und – Achtung Jahreszeit! – Laub in Regenrinnen haben schon beachtliche Wirkungen erzielt. Also, immer mit der Ruhe. Setzt euch lieber hin, trinkt einen Kaffee und lest was 😊.

Die Fakten

Breite: 33 cm. Höhe: 39,5 cm.

Die Vorderseite und die Rückseite sind gleich. Die Tüte ist weiß mit einem blau verlaufenden Aufdruck.

In der kräftig blauen oberen Hälfte ist der Firmenname dreidimensional und transparent zu sehen. Das i von Signal hat die Form einer alten Signalkelle. Mittig unten ist der Name noch einmal in Dunkelblau zu lesen, darunter das Produkt Versicherungen, dick unterstrichen. Links und rechts wird Signal flankiert von dem Slogan Jederzeit Sicherheit.

Erstmal was zur Geschichte. 1907 haben selbständige Handwerker, die bis dahin von der Bismarckschen Sozialversicherungspflicht noch nicht erfasst waren, die erste Kranken- und Unterstützungskasse gegründet. Den Nationalsozialisten war die Selbstverwaltung des gesamten Versicherungssystems ein Dorn im Auge, sie strukturierten um, lösten auf, installierten neu und brachten 1936 die „Signal allgemeine Unfallversicherung aG“ auf den Plan. Nach dem Krieg wurde das Versicherungssystem wieder umgebaut. In den 70er Jahren gab es erste Fusionen. Im Zuge der Wiedervereinigung wurden Versicherungen auch im Osten angeboten. 1994 verheirateten sich Signal und Iduna endgültig und führen seitdem den Doppelnamen SIGNAL IDUNA. Somit ist als sicher anzunehmen, dass die Tüte von vor 1994 stammt.

Apropos Heirat, im Verlaufe der Recherche stoße ich auf folgende Werbung aus dem Jahr des Herrn 1982. Wie schön, der Begleittext verrät es, dass die Versicherung ihn als den Ernährer, aber nicht sie aufzufangen hat. Sie ist ja auch nur eine süße Last. Hätte sie sich doch einen kräftigeren Kerl gesucht und nicht dieses magere Männchen…

Heirat zum Zweiten: Im Jahre 2005 gehen der BVB und Signal Iduna eine enge Beziehung ein. Man munkelt, Liebe sei da nicht im Spiel, es ginge beiden ums Geld. Kommentatoren kotzen sich aus:

„Der Name des Fußball-Tempels ist heilig. So etwas verkauft man nicht – und wenn doch, dann ist Signal Iduna Park die Höchststrafe. BVB-Geschäftsführer Watzke kommentierte, er habe seinen Wunschpartner bekommen. Hölle, was müssen das für Kandidaten gewesen sein? Signal Iduna Park. Nie werde ich da hingehen.“ Ralf Witzler am 14.10.2005 in der FAZ

Ich habe es auf die Schnelle nicht prüfen können, bin aber sicher, da Herr Witzler weiterhin gut informierte Börsentipps zum BVB abgibt, dass er bestimmt wieder fahnenschwenkend ins Westfalenstadion gezogen ist, auch wenn es jetzt anders heißt.

Heirat zum Dritten: Hochzeit feiern kann man da auch, so wirbt man auf der Seite. Dieses Paar gefällt mir schon besser.

7 Kommentare

  1. Vielleicht bin ich überhaupt nur noch am Leben, weil ich im Haushalt so wenig wie möglich mache.
    (Wobei ich auch niemand anderem die Arbeit aufhalse, ich lasse sie einfach ungetan und koche nicht mit Mixer und solchen tödlichen Geräten, bügle so wenig wie möglich, und betreibe keine Weihnachtsbäume.)

    Gefällt 1 Person

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