Gestirntes

Den richtigen Weg hat er seinerzeit gewiesen, der Stern von Bethlehem. Ein Komet wies uns gestern den Weg ins Kino – zum Glück. Denn dieses Prachtexemplar von Film wird sich nur wenige Tage auf der großen Leinwand tummeln und dann zu Netflix ziehen.

KINO-UPDATE. Eine junge rothaarige Doktorandin, Jennifer Lawrence mit Kopfhörern, sitzt vor dem Rechner und singt (schlecht), während sie sich Sternbilder ansieht. Plötzlich stutzt sie, holt sich die Bilder auf den großen Bildschirm und hat einem Kometen entdeckt. Sie holt Arbeitsgruppe und Prof (Leonardo di Caprio), man rechnet und dann ist es klar: das fette Ding, ein Planetenkiller,wird in 6 Monaten einschlagen und jegliches Leben auslöschen. Die Menschheit muss gewarnt werden und so begibt man sich ins weiße Haus, wo Meryl Streep als weiblicher Donald Trump wartet und sich für den Weltuntergang nicht die Bohne interessiert, während ihr herzlich unsympathischer Sohn als Stabschef sich sogar lustig macht. Also ab in die Morningshow, wo Cate Blanchett die Doktorandin eiskalt lächelnd und prächtig gebotoxt abtropfen lässt und sich den schmucken Prof schnappt. In der Öffentlichkeit bildet sich die Protestbewegung Don’t look up, die trotz wissenschaftlicher Prognosen die Sache mit dem Weltuntergang als Fake News abtut. Da hilft es auch nicht, dass ein Teeniesternchen, gespielt von Ariana Grande, singt, man solle in den Himmel schauen.

Als es zum unvermeidlichen Ende kommt, werden sehr verschiedene Möglichkeiten gezeigt, damit umzugehen. Während die einen sich eine letzte Sexorgie auf Dachterassen gönnen, bevorzugen unsere Hauptfiguren, was sie zwischenzeitlich nicht angemessen zu würdigen wussten: ein schönes Essen im Kreise der Familie. Und dann hilft nur noch beten…

Während die Erde am Ende ist, geht der Film noch ein kleines bisschen weiter und lässt uns am verdienten Schicksal der amerikanischen Präsidentin in ferner Zukunft teilhaben und an dem ihres Sohnes :))

Böse, böse, sehr nah am Zeitgeschehen und vor allem sehr witzig wird hier gezeigt, was die Menschheit im Allgemeinen und die Amerikaner im Besonderen so schrecklich dumm macht. Auch der Superwissenschaftler, eine Mischung aus Steve Jobs und Elon Musk, kann daran nichts ändern und eigentlich hat er sogar zur allgemeinen Verblödung eine Menge beigetragen.

6 Kommentare

      1. Haben wir nach dem Film auch noch drüber gesprochen. Wer konnte ahnen, dass eine so gute Idee auch so schlecht genutzt werden kann. Jetzt stehen wir bis zu den Knien im Blut und können nicht zurück…
        Trotzdem backe ich jetzt Cantuccini, die helfen gegen alles 🙂

        Gefällt 3 Personen

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