Prophezeites

Lässt sich hier jemand die Karten legen? Selbstverständlich lehne ich derlei spiritistischen Tarot-Unfug kraft meines Verstandes ab, während die kleine abergläubische Münsterländerin in mir milde lächelt. Auch wenn man von der Beeinflussung durch Übersinnliches gefeit ist, kann man die Tarotkarten schlicht als Lebenshilfe annehmen, zum Beispiel, wenn vor einer schwerwiegenden Fehlentscheidung gewarnt wird. Der sichere Weg wäre natürlich, einfach mal auf die Menschen zu hören, die einen lieben. Hätte er das nur getan..

KINO-UPDATE. Stanton Carlisle (Bradley Cooper) verlässt mit Sack und Pack ein brennendes Haus, in dem sich etwas schreckliches zugetragen hat. Er setzt sich in irgendeinen Bus, fährt bis zur Endstation und läuft, ohne genau den Grund zu kennen, einem zwergwüchsigen Mann mit Anzug und Hut hinterher. Bei der Jahrmarkt-Truppe erhält er eine Anstellung, es fehlen Männer zum Anpacken. Zeena (Toni Collette) und Pete nehmen ihn auf. Pete, einst als Mentalist unterwegs, hat seine besten Tage hinter sich und trinkt. Von ihm lernt Stanton, was es zu lernen gibt, um den Leuten weißzumachen , dass sie dank hellseherischer Fähigkeiten durchschaut wurden. Pete warnt jedoch eindringlich davor, dem Bedürfnis der Menschen nachzugeben mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Das sei der Zeitpunkt, zu dem man reinen Wein einschenken müsse. Fast alle Tipps beherzigt Stanton, den letzten verdrängt er, als er mit der süßen Molly (Rooney Mara) die Truppe verlässt, um die große Welt zu entdecken und eine eigene Show auf die Beine zu stellen. Und dann kommt Lilith Ritter (Cate Blanchett) ins Spiel, eine doppelt böse Vorbedeutung, denn sowohl Lilith als auch Cate Blanchett lassen erahnen, dass das Unglück nun seinen Lauf nehmen muss, damit die Nightmare Alley (Albtraumgasse) diesen Namen verdient.

Regisseur Guillermo del Toro, bekannt für mystische und düstere Elemente in seinen Thrillern, hat nicht nur tolle Schauspieler versammelt, zum Beispiel auch Willem Dafoe. Er lässt sich angemessene zwei Stunden zwanzig Zeit, um den erfreulichen Aufstieg wie auch unaufhaltsam tiefen Fall seiner Hauptfigur zu zeigen. Der Film basiert auf einem Roman und wurde unter dem Titel „Der Scharlatan“ 1947 erstmals verfilmt.

5 Kommentare

      1. Ja, das ist durchaus möglich 😉 Hier ist jetzt grad Wintereinbruch mit Kältegraden und viel Schnee (nicht hier bei uns in der Mani, freilich, Die Temperaturen fallen hier nicht unter Null)

        Gefällt 1 Person

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