Sagenhaftes

Die Sonderausstellung im Museum klärt uns zunächst über die verschiedenen Spezies der Hausgeister auf. Das ist schon ein wichtiger Unterschied in der Lebensqualität, ob ein Wichtel im Haushalt mithilft oder ein Kobold sein Unwesen treibt. Auch über Alraunen, Zwerge oder Moosweibchen wird informiert, damit man im Bedarfsfall weiß, wie sie gnädig zu stimmen sind.

Eigentliches Anliegen des Museums ist der Siegfried. Zuerst ein Flashback, den auch meine Freundin erwischt. „Uns ist in alten maeren wunders viel geseit von Helden lobebaeren…“, wir können noch mehr vom ersten Satz des Nibelungenliedes, der im Mittelhochdeutsch-Seminar auswendig zu lernen war. Ein Professor führt virtuell und kundig zuerst durch die ganze blutige Story des Nibelungenliedes, wobei mich besonders Gunther wieder wütend macht, denn er ist an allem Schuld. Wäre er Manns genug gewesen, Brünhild ohne die Hilfe seines Schwagers Siegfried zu erobern, dann wäre uns das monströse Blutbad samt Verherrlichung der Nibelungentreue erspart geblieben.

Der Professor führt weiter durch die Wagnersche Variante und schließlich durch die politische und gesellschaftliche Verwurstung des sagenhaften Stoffes.

In der Eisdiele darf ich im Sonnenschein einen sagenhaften Flipper genießen.

Auf dem Rückweg träume ich davon, dass ein kleines Heinzelmännchen mir einen Taler vom sagenhaften Nibelungenschatz vorbeibringt.

6 Kommentare

    1. Der Nibelungen-Film mit Terence Hill war mir bisher auch vollkommen unbekannt.
      Und dann spielt er nicht einmal den Siegfried.
      Auf YouTube gibt’s die beiden Teile (Siegfried von Xanten, Kriemhilds Rache) komplett. Muss man aber nicht unbedingt sehen.

      Gefällt 1 Person

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