Militärisches

Wenn die Berufsvorstellungen meiner Schüler konkreter werden und der ein oder andere prima Junge erzählt, er habe demnächst einen Eignungstest bei der Bundeswehr, lege ich meine freundliche Neutralität ab. Wenn irgend möglich, zeige ich, egal in welchem Fach ich diesen Schüler unterrichte, die Dokumentation „Ausgemustert“. Denn nicht nur das Soldatsein an sich wünsche ich mir für junge Männer nicht, fast noch schlimmer finde ich, wie der Staat mit denen umspringt, die ihren Dienst für die „Nation“ geleistet haben und sich dafür Verletzungen und Traumata zugezogen haben. Erbärmlich, wie man den Männern einzureden versucht, ihre psychischen Probleme kämen sicher nicht vom Einsatz in Afghanistan, wohl eher hätten sie eine schlimme Kindheit gehabt. Ob ich je etwas damit erreicht habe, weiß ich nicht. Aber der Schüler, den ich aktuell dazu vor Augen habe, geht jetzt zur Polizei.

KINO-UPDATE. James ist ein Soldat mit Leib und Seele, vielfach dekoriert. Seelische Probleme schleppt er keine mit sich herum, aber sein Knie hat es zerlegt. Um körperlich mithalten zu können, nutzt er Medikamente aller Art. Seine Blutwerte und auch sein Alter sind willkommener Anlass für den neuen Kompaniechef, James kurzerhand zu entlassen. Ehrenhaft zwar, aber ohne jegliche Ansprüche auf Absicherung oder Abfindung. Wir sind eben in den USA, einem freien Land, in dem jeder selber sehen darf, wo er bleibt. James hat eine nette Frau, einen süßen Sohn und nun außerdem jede Menge Schulden, die ohne Einkommen nicht zu stemmen sind. Als hochdekoriertem Ex-Militär bleibt ihm die Möglichkeit, bei einer privaten Söldnertruppe anzuheuern. Ob es nicht auch noch andere Möglichkeiten gegeben hätte, leuchtet der Film nicht aus. Mit dem ersten Auftrag, der direkt vollständig schiefgeht, beginnt der harte Actionteil des Films. Chris Pine , der ja auch als Captain James (Tiberius Kirk) heißt, spielt diesen James als absolut disziplinierten Soldaten, der trotzdem seine Moral nicht aufgeben will. The contractor ist spannend, allerdings auch typisch für einen Film dieses Genres.

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