Unberührtes

Ob die Küste von North Carolina immer noch so idyllisch-wild-verwunschen ist, wie im Roman beschrieben und im Film zu sehen, davon würde ich mich bei Gelegenheit auch gerne selbst überzeugen. Mein Mann fand, obwohl er sich nur sparsam zu diesem Punkt äußerte, die Gegend auch super, denn ohne Boot kommt man nicht aus. Bis vor kurzem hatte ich noch vor, mir die verantwortliche Schriftstellerin zum Vorbild zu nehmen, denn Delia Owens schrieb ihren ersten Roman und Bestseller mit knapp 70. Da hätte ich ja noch ein paar Tage Zeit. Nun aber soll ein Journalist die mögliche Beteiligung der Autorin an einem Mord aufgedeckt haben… Besonders pikant, da es ja auch im Roman um einen nicht aufgeklärten Todesfall geht. Und ich frage mich jetzt, ob ich durch einen Roman vielleicht unfreiwilliger Weise viel mehr über meine schwarze Seele verraten würde, als mir lieb ist. Dann vorerst doch lieber anonym im Kino.

KINO-UPDATE. Die kleine Kya lebt in einer Bretterbude im Marschland, ein Naturkind mit langen Haaren und schmutzigen Füßen. Der alkoholkranke Vater prügelt zuerst die Frau und dann die größeren Geschwister aus dem Haus. Schließlich verschwindet auch er, und das kleine Mädchen schlägt sich, verfolgt vom Jugendamt und verlacht von den Dorfkindern, allein durch. Zum Glück sind da noch Jumpin‘ und seine Frau, zwei Menschen mit einem kleinen Laden, einer Tankstelle und einem großen Herzen. Und Tate. Als auch er eines Tages verschwindet, lässt sich Kya irgendwann mit dem Dorfstar ein. Der wird eines Tages tot aufgefunden und Kya landet vor Gericht.

Das Buch hat mir persönlich besser gefallen, aber der Film hat auch seine Momente. Eine Empfehlung für einen spannend-emotionalen Kinoabend. Nur auf den GESANG DER FLUSSKREBSE wartet man vergeblich. Das macht statt dessen Taylor Swift.

15 Kommentare

  1. Noja … der ‚Gesang der Flußkrebse‘ ist bloß eine Umschreibung (im Buch) für … naja, vllt auch ein bißchen Gesang … ;-? Sonderlich schwierig, ihn jugendfrei andeutungsweise in eine filmische Handlung einfließen zu lassen, sollte es aber nicht sein…

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      1. Aber ganz sicher … ich erinnere mich an jene Stelle (konnte sie aber auf die Schnelle nicht finden), als die Mutter Kyas, als jene noch nicht fortgezogen war -also vor dem 6. Geburtstag- erklärte, daß man an einer bestimmten Stelle im Marschland an manchen Tagen den Gesang der Flußkrebse hören könne; vllt geht diese Formulierung auch deswegen ein wenig unter, weil die sexuelle Komponente keine dominierende Rolle im Leben Kyas spielt, sondern sich homogen in die Gesamtpersönlichkeit einfügt – was der literarischen Qualität des Romans sehr zuträglich ist. Ich bin auf die Geschichte durch eine der exzellenten Buchbesprechungen Ulrikes gestoßen und empfehle sie jedermannfrau zu lesen, so Interesse an ungewöhnlichen Stories, Lebensverläufen/inhalten bzw fachkundige Naturbeschreibung einer engagierten Zoologin besteht, die darüberhinaus ihr Fachwissen recht charmant in den Handlungsstrang einflicht…
        https://leselebenszeichen.wordpress.com/2020/02/04/der-gesang-der-flusskrebse/

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      2. Nun… es besteht immerhin die theoretische Möglichkeit, daß deine Vorstellung, dir den Ort der Handlung ansehen zu wollen in Erfüllung geht – somit auch, den Gesang der Flußkrebse in natura mitzu…verfolgen 😉

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  2. Kennst Du das Buch „Deine Juliet“ von Mary Ann Shaffer? Es ist eins der wunderbarsten Bücher überhaupt, wenn auch eindeutig ist, dass die Autorin „Daddy Longlegs“ von Jean Webster geliebt hat, aber nach mehr als hundert Jahren kann man so ein Buch ruhig mal neu schreiben.
    Aaaaaber… weswegen ich jetzt drauf komme… Mary Ann Shaffer schrieb diesen wirklich unglaublich wundervollen Roman und dann starb sie kurz vor der Veröffentlichung. Wie scheiße ist das denn? Sie hat nie erfahren, dass die Menschen ihr Buch lieben.
    Bitte – falls Du es noch nicht getan hast, lies das Buch – und fang sofort an zu schreiben. Irgendwann wirst Du noch soviel zu sagen haben, und das Schicksal sagt, selber Schuld, zu spät. Tu es einfach JETZT.

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  3. Hab den Film nicht gesehen, aber in einer Kritik gelesen dass die Protagonistin, obwohl sie alleine in den Sümpfen haust, in jeder neuen Szene eine andere blütenreine frischgebügelte Bluse trägt, was doch reiflich merkwürdig erscheint?

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      1. Ich hab‘ noch ein Bügeleisen mit Türchen im Heck, in welches man einen erhitzten Stein legt, oder, so noch vorhanden, den originalen Metallblock, welcher sich der äußeren Form des Eisens anpaßt … in jedem Fall ist ein wenig Geduld erforderlich, bis der Bügler einsatzfähig ist 😉 …

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