Herdentrieb

Am letzten Tag möchte man etwas Besonderes machen. Der Reiseführer empfiehlt einen Ausflug nach Sintra,  Freundinnen empfehlen Sintra und sogar der zutrauliche Amerikaner, den wir neulich abends getroffen haben, empfahl Sintra. Wir nutzten Bus und Metro, erstanden extrem günstige Bahntickets und würden mittags eintreffen. In Sintra angekommen empfing uns am Bahnhof ein babylonisches Stimmengewirr. Der unvermeidliche spanische Grundton überlagert mit Französisch, Italienisch, Englisch, Japanisch, Griechisch… Mit viel Mühe ergatterten wir einen Platz in der Schlange für den Bus zu den Sehenswürdigkeiten. Zwischendurch dachte mein Mann, er hätte mich verloren, aber das war nicht der Fall. Eine ganz schön lange Strecke fuhr der Bus und es ging steil bergauf. Die Fahrt wurde erheblich verlängert durch einen fürchterlichen Stau. Nach Ewigkeiten am Ziel hieß es erneut anstellen für Eintrittskarten. Ich kaufte zwei Sorten, die erste berechtigte zur Besichtigung des maurischen Castellos, das selbstverständlich nur durch eine Wanderung zu erreichen war.

Eine prima Kulisse für schöne Fotos.

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Dann den ganzen Weg wieder zurück und den Berg auf der anderen Seite hoch zum berühmten Park eines ebensolchen Schlosses. Am Fuß des Eingangstores warteten hunderte Menschen auf den Bus zurück nach unten, den wir auch gleich würden nehmen müssen. Egal, erstmal in den Park. Es war höllisch voll. Außerdem gab es wiederum kleine Busse, die einen den Berg rauf… An dieser Stelle beschlossen wir, einfach nach Lissabon zurück zu fahren. Mein Mann enterte heldenhaft ein Tuk-Tuk, das uns direkt zum Bahnhof bringen konnte. Der Fahrer, ein junger Mann mit langen schwarzen Locken, bekam einen Lachanfall, als wir erklärten, von der Menge an Besuchern und dem Chaos überrascht zu sein. In diesen Ferien sei es schrecklich voll, schlimmer als sonst, geschäftsschädigend. Das kleine Gefährt konnte zum Glück Straßen jenseits der Hauptwege befahren. Bald kam der Bahnhof in Sicht, wo immer noch Leute ankamen. Er lebe übrigens in Lissabon, erklärte unser Fahrer, habe aber noch 8 Stunden Arbeit vor sich. Das wird noch hart.

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